Per Grundausbildung in die THW-Familie

Ein Einfamilienhaus droht nach einer Explosion einzustürzen, Deichbrüche stehen nach tagelangem Hochwasser bevor, ein Stromausfall legt eine ganze Stadt lahm - mit solchen Einsatzszenarien kennen sich die THW-Einsatzkräfte aus. Sie sind optimal aufgestellt, um Menschen in Notsituationen zu helfen. Doch wie wird man eigentlich THW-Kraft? Ein erster Schritt ist die Grundausbildung im Ortsverband.

Das Technische Hilfswerk bereitet seine ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gründlich auf die unterschiedlichsten Herausforderungen und Gefahrensituationen in Einsätzen vor. Denn eine fundierte Ausbildung ist der Grundstein, damit THW-Kräfte erfolgreich technisch-logistische Hilfe leisten können. Hierfür durchlaufen Helferanwärterinnen und Helferanwärter im ersten Schritt die Grundausbildung. Sie findet in den Ortsverbänden statt und ist bundesweit einheitlich aufgebaut.

 

Lernen im Team

Im Einsatz kommt es darauf an, Aufgaben im Team zu bewältigen und sich aufeinander verlassen zu können. Deshalb üben die Ehrenamtlichen den Umgang mit den wichtigsten Geräten des THW auch im Team. Schließlich bedarf es mehrerer THW-Kräfte, um beispielsweise einen Dreibock aufzustellen. Durch regelmäßiges Training verinnerlichen die zukünftigen THW-Kräfte ihr Vorgehen und meistern dadurch Einsätze sicherer.

 

Zu den Ausbildungsthemen gehören

• Das THW im Gefüge des Zivil- und Katastrophenschutzes und der Gefahrenabwehr von Bund und Ländern

• Grundlagen Sicherheit und Gesundheitsschutz

• Arbeiten mit Leinen, Rundschlingen, Bandschlingen, Ketten, und Drahtseilen

• Umgang mit Leitern

• Stromerzeugung und Aufbau von Beleuchtung

• Holz-, Stein- und Metallbearbeitung

• Sicheres Bewegen von Lasten

• Arbeiten am und auf dem Wasser

• Verhalten im Einsatz

• Grundlagen der Rettung und Bergung

Des Weiteren stehen eine Erste Hilfe-Ausbildung auf dem Lehrplan. Diese wird von befreundeten Hilfsorganisationen unterrichtet.

Die THW-Helferanwärterinnen und Helferanwärter lernen in der Grundausbildung darüber hinaus wie sie als Gruppe zusammenarbeiten, Verantwortung für die Mitstreitenden zu übernehmen, sich solidarisch zu verhalten und in Krisensituationen füreinander da zu sein.

 

Übung macht die Einsatzkraft

Vielfältig sind im THW neben den Einsatzaufgaben auch die Hintergründe der Helferinnen und Helfer. Sie bereichern mit ihrer Motivation und Hilfsbereitschaft das Arbeiten im Team. Grundsätzlich sind alle Menschen im THW willkommen. Alle Interessierten ab 17 Jahren, können sich zur Einsatzkraft ausbilden lassen. Sie brauchen dafür kein Vorwissen, denn alles was sie wissen und können müssen, lernen sie im Ortsverband. Technik steht dabei im Vordergrund, allerdings vermittelt die Grundausbildung die wichtigsten handwerklichen und technischen Kenntnisse allgemein verständlich und mit viel Praxisbezug. Nach jeder theoretischen Unterrichtseinheit, üben die Helferanwärterinnen und Helferanwärter gemeinsam mit den erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern das Gelernte ausführlich mit den Werkzeugen und Geräten des THW. Dabei können auch Personen mit körperlichen Einschränkungen die Aufgaben während der Grundausbildung übernehmen.

 

Dauer und Abschluss

Dieses regelmäßige Training im Team zeichnet den Ausbildungscharakter des THW aus. Der Wesenszug spiegelt sich auch in der Grundausbildung wider und hilft dabei Handgriffe zu verinnerlichen. In der Regel dauert sie sechs bis acht Monate. Um zur abschließenden Prüfung zugelassen zu werden, sind unter anderem verschiedene Impfungen, der Erste-Hilfe-Kurs sowie eine Sprechfunkausbildung, die während der Grundausbildung absolviert wird, notwendig. Ist der Tag der Qualifikation gekommen, absolvieren die Helferanwärterinnen und Helferanwärter eine theoretische und eine praktische Prüfung. Der schriftliche Teil umfasst rund 40 Fragen, im Praxis-Test durchlaufen die Prüflinge verschiedene Stationen. An einer Station zum Thema Stromerzeugung zum Beispiel, sollen sie eine THW-Beleuchtungsanlage fachgerecht aufbauen und in Betrieb nehmen.

 

Aufgabenvielfalt im Ortsverband

Neben einem breiten Einsatzspektrum, ermöglicht das THW seinen Helferinnen und Helfern darüber hinaus sich umfangreich einzubringen und weiterzuentwickeln. Während der Grundausbildung erhalten die angehenden Einsatzkräfte Einblicke in die verschiedenen Bereiche des THW. So fällt ihnen die Wahl leichter, sich für einen Weg nach der Grundausbildung zu entscheiden. Denn die ist nur die erste Ausbildungsstufe im THW - erst danach erfolgt eine Spezialisierung innerhalb der Einheiten und Fachgruppen des THW. Das THW unterhält unterschiedliche Fachgruppen, damit die THW-Kräfte auf verschiedene Einsatzszenarien, wie beispielsweise Hochwasser, fachgerecht reagieren können. Hierzu existiert unter anderem die Fachgruppe Wasserschaden / Pumpen, welche u.a. bei uns in Bergneustadt ansässig ist.

 

Ausbildung als Fundament und Schlüssel

So bietet die THW-Grundausbildung einen optimalen Einstieg in eine spannende und abwechslungsreiche Aufgabe im Katastrophenschutz. Und das nicht nur in Deutschland. Denn abgesehen von einer Qualifikation in den Fachgruppen, können sich THW-Ehrenamtliche auch zur Auslandskraft ausbilden lassen. Ausbildung ist im THW somit ein fortwährender Prozess, den die Helferinnen und Helfer aktiv mitgestalten.

 

Weitere Informationen und Umkreissuche

Weitere Informationen zur Grundausbildung des THW gibt eshier.

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Wir freuen uns jetzt schon auf Ihren Besuch und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Die Ausbildungsbeauftragten in den THW-Ortsverbänden bereiten die Helfer-Anwärterinnen und -Anwärter auf die Prüfung der Grundausbildung gründlich vor. (Quelle: THW/Nicole Endres)
Mit den hydraulischen Rettungsgeräten Schere und Spreizer lernen Ehrenamtliche verschüttete oder eingeklemmte Personen zu befreien. (Quelle: THW/Yannik Winkler)